DIE TESTER

HPC-Ladestationen - 10 Anbieter im Praxistest 2025 | Deutschland

In dem umfassenden Vergleichstest sind die zehn größten Betreiber von HPC-Schnellladestationen in Deutschland begutachtet und bewertet worden. Analysiert wurden unterschiedliche Kriterien wie die durchschnittlich gemessene Ladeleistung, die Anzahl der Ladepunkte und die Ad-hoc-Preise pro Kilowattstunde, genauso wie die vorhandenen Bezahlmöglichkeiten sowie Komfort und Lage der Ladestationen. Dieser Test bietet alle relevanten Informationen für die Nutzer von E-Fahrzeugen, die – beruflich oder privat – von den besten Angeboten an den Schnellladesäulen profitieren möchten.

Test aktualisiert am: 20.11.2025

Testzeitraum

26. September bis 20. Oktober 2025

Der Tester

Armin Grasmuck

electricar

Veröffentlichung: electricar Ausgabe 6/25

Testsieger

Aral pulse

Aral pulse

www.aral.de

Günstigster Anbieter

Mer Germany GmbH

Mer Germany GmbH

de.mer.eco

Beste Ladeleistung

E.ON Drive Infrastructure GmbH

E.ON Drive Infrastructure GmbH

www.eon.de

Größtes Ladenetz

EnBW mobility+ AG und Co. KG

EnBW mobility+ AG und Co. KG

www.enbw.com

HPC-Lader im Praxistest

Mehr als 5000 Kilometer in zehn Tagen, kreuz und quer durch sechs Bundesländer – Dutzende von Ladesäulen. Der große Praxistest, den die Redaktion von electricar an ausgewählten Schnellladepunkten in Deutschland durchgeführt hat, war abermals ein höchst ambitioniertes, umfangreiches und herausforderndes Projekt. Geprüft und begutachtet wurden neue, in diesem oder dem vergangenen Jahr eröffnete, High-Power-Charger, kurz HPC, von mehr als 150 Kilowatt Leistung der zehn bundesweit größten Anbieter. Frei nach dem Motto: einfach hinfahren, möglichst schnell und komfortabel Strom ziehen – und weiter geht‘s.

Um den zeitlichen Aufwand rund um den Ladevorgang bewusst auf ein Minimum zu reduzieren und den Ladetest auf eine vergleichbare Basis zu bringen, sollte ausschließlich mit EC- oder Kreditkarte bezahlt werden. Dieser Service, für neue Ladestationen eigentlich verpflichtend, hakt jedoch noch an der einen oder anderen Stelle. Klar ist auch: Das Bezahlen zum Ad-hoc-Tarif per Karte ist zumeist wesentlich preisintensiver als die günstigen Spezialkonditionen, welche die Ladestromanbieter offerieren. Tesla, einer der größten Netzbetreiber in Deutschland, bietet noch nicht durchgehend Ad-hoc-Zahlung und Laden für Fremdfabrikate an, wurde deshalb nicht für diesen Test berücksichtigt.

Auffällig im Vergleich zum Vorjahr: Die Leistungen der neuen Ladesäulen und die daraus resultierende Stromzufuhr in die Akkus der Elektrofahrzeuge haben sich stark verbessert. Ladepunkte, die mit Nennleistungen von 300, 350 oder 400 Kilowatt werben, bieten diese häufig auch in der Realität. Als Topwert wurden im Praxistest tatsächlich 400 Kilowatt erreicht – und im Durchschnitt an der selben Säule ebenso beeindruckende 363 Kilowatt. Da wird das Autoladen zum kurzen Intermezzo und die obligatorische Kaffeepause zum Koffeinquickie.

Klar festzustellen ist zudem, dass der Ladevorgang sich in vielen Fällen einfach, transparent und komfortabel gestaltet. Natürlich gibt es auch weiterhin Stromstellen, die bezogen auf Leistung, Lage, Komfort und Service stark abfallen.

Alle getesteten HPC-Lader lieferten klare Informationen zum aktuellen Ladestand der Batterie sowie zu der Ladezeit und der geladenen Strommenge. Zumeist war auch der Gesamtpreis der Ladung an der Säule einfach und klar zu erkennen. Doch bei der Rechnung, dem regulären Zahlungsbeleg, bleibt die Bandbreite groß: Offizielle Quittungen können teilweise mit dem Smartphone vom Bildschirm der Säulen abfotografiert oder per QR-Code angefordert werden. Bei einigen Anbietern dauert es mehr als 30 Stunden, bis der Beleg via E-Mail eintrudelt.

Die Test-Fahrzeuge

Die beiden von electricar eingesetzten Modelle bieten ideale Voraussetzungen, um die Ladeleistung an den Säulen zu testen. Der Xpeng G9, ein SUV der oberen Mittelklasse, zieht den Strom mit bis zu 525 Kilowatt in die Batterie, die in rund zwölf Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden kann. Der Porsche Taycan, ein Modell der Oberklasse, lädt mit maximal 320 Kilowatt, seine Akkus sind in etwa 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen.

EnBW: Der Energiekonzern aus Baden-Württemberg betreibt aktuell das größte Schnellladenetz in Deutschland mit mehr als 7.000 Ladepunkten. Bis 2030 sind bundesweit mehr als 20.000 Schnellladepunkte geplant. Von electricar getestet wurden u. a. die EnBW-Ladestationen in Münchberg (Bayern, Foto links), Hengersberg (Bayern, unten) und Bensheim (Hessen).

Ionity: Die rund 1200 Stromsäulen des Anbieters offerieren Ladeleistungen von bis zu 350 Kilowatt. Von electricar getestet wurden u. a. die Ionity-Ladestationen in Altdorf (Bayern, Foto), Bernau (Bayern) und Bruchsal (Baden-Württemberg).

eon Drive: Der Energiegigant arbeitet unter Hochdruck daran, sein gut 1350 Punkte umfassendes Schnellladenetz zu erweitern. Von electricar getestet wurden u. a. die bayerischen Eon-Stationen in Augsburg (Foto), Rothenburg ob der Tauber und Karlsfeld.

Pfalzwerke: Die rund 1750 Ladepunkte dieses Anbieters liegen vornehmlich im Westen und Südwesten der Republik. Von electricar getestet wurden u. a. die bayerischen Pfalzwerke-Ladestationen in Unterhaching (Foto), Ingolstadt und Würzburg.

Circle K: Die E-Tochter des global agierenden Konzerns Total Energies betreibt derzeit 260 Ladesäulen in Deutschland. Von electricar getestet wurden u. a. die Circle-K-Stationen in Schnaittach (Bayern, Foto), Dreieich (Hessen) und Nersingen (Bayern).

EWE Go: Die Säulen des niedersächsischen Anbieters bieten Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt. Von electricar getestet wurden u. a. die EWE-Go-Stationen in Haßfurt (Bayern, Foto), Sinsheim (Baden-Württemberg) und Königswinter (NRW).

Allego: Einer der größten Ladestromanbieter in Europa: Von electricar getestet wurden u. a. die Allego-Stationen in Ansbach (Bayern, Foto), Weimar (Thüringen) und Neuwied (Rheinland-Pfalz).

Shell Recharge: Aktuell rund 1700 HPC-Ladepunkte. Der Energieproduzent treibt den Ausbau des ultraschnellen Ladenetzes voran. Von electricar getestet wurden u. a. die bayerischen Shell-Recharge-Stationen in Jettingen-Scheppach (Foto), Nürnberg und Schweitenkirchen.

Mer Germany: Der Anbieter plant den Betrieb von 700 Schnellladepunkten in Deutschland. Von electricar getestet wurden u. a. die Mer-Stationen in Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz, Foto), Künzelsau (Baden-Württemberg) und Wetzlar (Hessen).

Aral Pulse: Aktuell betreibt die Tochterfirma des Energiekonzerns BP rund 3000 Schnellladepunkte in Deutschland. Von electricar getestet wurden u. a. die Aral-Pulse- Ladestationen in Mönchengladbach (NRW, Foto rechts), Bad Hersfeld (Hessen, unten) und Rosenheim (Bayern).

Ladenetz: HPC-ANBIETER im Praxistest

So wurde getestet

Welche Anbieter im Bereich der Hochleistungsladenetze – im Fachjargon: High Power Charging, kurz HPC – bieten die besten Konditionen in Deutschland? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit und der Leistung der einzelnen Ladepunkte aus? Und welcher Ladestromanbieter kann durch attraktive Tarife sowie hohe Ladegeschwindigkeit überzeugen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres großen Vergleichstests „HPC Ladenetz Deutschland.“ Geprüft und begutachtet wurden mindestens drei Ladepunkte der zehn größten Anbieter für Schnellladesäulen in Deutschland.

Anbieter und Ladepunkte

Die Supercharger von Tesla wurden nicht getestet, im Ergebnis folglich nicht berücksichtigt, weil sie nicht durchgehend Zahlung per EC- und Kreditkarte anbieten. Mit den Testfahrzeugen, Xpeng G9 und Porsche Taycan, wurden mindestens drei Ladepunkte pro Anbieter angefahren und bewertet. Die Ladevorgänge wurden von einem niedrigen Ladestand aus gestartet und bei maximal 75 Prozent beendet. Die Analyse basiert zudem auf Informationen des Ladesäulenregisters der Bundesnetzagentur (bundesnetzagentur.de), das als Datengrundlage zur Verfügbarkeit und Leistungsbewertung diente. Testzeitraum: 26. September bis 20. Oktober 2025.

Kategorien und Bewertungskriterien

Um umfassende und verlässliche Bewertungen gewährleisten zu können, wurden Kategorien festgelegt. Neben „Durchschnittliche Nennleistung in Kilowatt (kW)“ und „Durchschnittlich gemessene maximale Ladeleistung (kW)“ wurde auch der „Abfall der Ladeleistung in Prozent (%)“ während des Ladevorgangs gemessen. Die „Anzahl der Ladepunkte“ pro Anbieter und deren Verteilung auf die Bundesländer waren relevant, genauso wie die Ad-hoc-Preise pro Kilowattstunde (kWh), die vorhandenen Bezahlmöglichkeiten sowie Komfort und Lage der Ladestationen.

Gewichtung und Bewertung

Die Beurteilungen der Kategorien erfolgten prozentual im Vergleich zum besten Anbieter, der als Referenz die Höchstnote von 100 % erhielt. Die weiteren Anbieter wurden entsprechend abgestuft. Die Mindestbewertung liegt bei 40 %. Zwischenwerte wurden im Verhältnis zum besten Anbieter entsprechend angepasst. So bleibt die Bewertung vergleichbar, und Unterschiede zwischen den Anbietern treten deutlich hervor.

Besonderheiten und Transparenz

Die Kategorien wie „Bewertung Durchschnittliche Nennleistung (kW)“ und „Bewertung Anzahl der Ladepunkte in Deutschland“ spiegeln spezifische Aspekte der Ladeverfügbarkeit und Leistungsstabilität wider, welche aus dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur entnommen worden sind. Die Testtabellen präsentieren die Gesamtnoten sowie detaillierte Bewertungen in allen Kategorien, somit ist eine transparente und verständliche Übersicht der besten HPC-Ladenetzanbieter in Deutschland gewährleistet. Der Test wurde vollständig unabhängig von der Redaktion von electricar konzipiert, durchgeführt und abgeschlossen. Die Werte, die den Testtabellen zu entnehmen sind, bieten somit verlässliche Kennzahlen.