DIE TESTER

E-Auto Ladetarife 2026 – 7 Anbieter im Vergleich | Österreich

Im Jahr 2025 wurden in Österreich 60.651 Stromer neu zugelassen. Dies entspricht einem Anteil von 21,3 % aller Neuzulassungen. Die Ladeinfrastruktur des Landes umfasst laut aktuellen Zahlen 36.028 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Damit das Elektroauto an solchen Ladestationen Strom laden kann, ist ein passender Ladestromtarif essenziell. Doch die Vielzahl an Tarifen erschwert die Wahl. Wir haben für Sie die Ladetarife von sieben Anbietern in Österreich unter die Lupe genommen.

Test aktualisiert am: 18.3.2026

Der Tester:

Philipp Lumetsberger

Testzeitraum:

Februar – März 2026

Preiserhebung:

25. Februar 2026

electricar

Veröffentlichung: electricar Ausgabe 2/2026

Sieger

Wien Energie

Wien Energie

Zum Anbieter

Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, benötigt einen passenden Stromtarif, um jederzeit zuverlässig laden zu können. Doch die Vielzahl an Anbietern macht es E-Autofahrern nicht leicht, den Überblick zu bewahren. Zudem unterscheiden sich öffentliche Ladestationen in zentralen Punkten wie Ladeleistung und Steckertyp teilweise deutlich. Anders als klassische Tankstellen sind sie zudem nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Häufig befinden sie sich auf öffentlichen Parkplätzen, vor Supermärkten oder in der Nähe von Werkstätten.

Da das Smartphone für die meisten Menschen längst zum ständigen Begleiter geworden ist, nutzen viele spezielle Apps, um schnell eine geeignete Lademöglichkeit in ihrer Umgebung zu finden. Auch zahlreiche Ladetarif-Anbieter haben darauf reagiert und eigene Apps entwickelt. Diese ermöglichen nicht nur die komfortable Suche nach verfügbaren Ladepunkten, sondern auch das einfache Starten und Beenden des Ladevorgangs direkt per App.

Vielfältiges Tarifangebot

Die Wahl des richtigen Ladetarifs für unterwegs kann durchaus anspruchsvoll sein, denn die Unterschiede zwischen den Angeboten sind erheblich. Sie reichen von verschiedenen Preisen pro Kilowattstunde über unterschiedliche monatliche Grundgebühren bis hin zu möglichen Zusatzkosten oder der Anbindung an bestimmte Ladenetzwerke. Während einige Tarife speziell auf Gelegenheitsnutzer zugeschnitten sind, richten sich andere gezielt an Vielfahrer, die regelmäßig öffentliche Ladeinfrastruktur nutzen.

Um mehr Transparenz zu schaffen, haben wir den Markt analysiert und mehrere in Österreich tätige Anbieter betrachtet, die eine eigene Lade-App anbieten, und diese genauer unter die Lupe genommen.

Referenzfahrzeug

Für die Ermittlung der jährlichen Kosten für unser Referenzfahrzeug wurden folgende Parameter festgelegt:

  • Verbrauch: 0,17 kWh pro Kilometer - monatlicher Energieverbrauch: 255 kWh (gemessen an einer zurückgelegten Strecke von 1500 Kilometer pro Monat) – 20% des Energieverbrauchs werden öffentlich geladen zu 50 % an AC- und 50 % an DC-Ladestationen.
  • Anzahl Ladevorgänge: vier pro Monat bzw. 48 pro Jahr
  • Bei den jährlichen Kosten wurden auch die monatliche Grundgebühr und einmalig anfallende Kosten, sofern vorhanden, eingerechnet.

Dank der niedrigsten Ladekosten in unserer Beispielrechnung und einer insgesamt sehr überzeugenden Lade-App sicherte sich Wien Energie mit 92,58 % den ersten Platz in unserem Vergleich. Dahinter folgen die Salzburg AG und Energie Steiermark mit 86,4 bzw. 83,2 %. Auch EVN und Smatrics konnten im Test überzeugen und erhielten die Note „Sehr gut“.

So haben wir getestet

Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir anhand eines fiktiven Beispielfahrzeugs die jährlichen Ladekosten für jeden Tarif ermittelt. Etwaige Aktionen mit zeitlich begrenzten Sonderpreisen wurden bei der Berechnung berücksichtigt. Dabei haben wir die so genannten AC- und DC-Kosten des Tarifs als Berechnungsgrundlage herangezogen. Die Teilnote „Ladekosten“ wurde wie folgt ermittelt:

  • 50 % Gesamtkosten des Referenzfahrzeugs pro Monat (siehe oben)
  • 20 % Anzahl der insgesamt verfügbaren Ladepunkte (laut Unternehmensangabe)
  • 10 % Vertragslaufzeit
  • 20 % Kundenbindung in Form einer Mitgliedschaft oder eines Strom- bzw. Versicherungsvertrags

Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die Gewichtung der „Anzahl der Ladepunkte“ von 25 % auf 20 % gesenkt und die Kundenbindung von 15 % auf 20 % angehoben, weil wir der Meinung sind, dass dies der Realität näherkommt.

Die Teilnote „App“ wurde folgendermaßen ermittelt: 

  • 5 % Optik
  • 30 % Bedienbarkeit
  • 25 % Filter-Umfang
  • 15 % Anzeige aktueller Auslastung
  • 25 % Zahlungsmethoden

Die Kategorien „Optik“ und „Bedienbarkeit“ wurden von unserer vierköpfigen Jury bewertet. Beim „Filter-Umfang“ und den „Zahlungsmethoden“ wurden von uns vorab Features bzw. Zahlungsmöglichkeiten festgelegt und danach deren Vorhandensein bewertet.

Beim „Filter-Umfang“ und den „Zahlungsmethoden“ wurden von uns vorab Features bzw. Zahlungsmöglichkeiten festgelegt und danach deren Vorhandensein bewertet. Zur Bewertung des Filterumfangs wurden unterschiedliche Funktionen festgelegt und anhand eines Benotungsschlüssels mit einem Prozentsatz gewichtet. Bei jeder einzelnen App wurden die vorhandenen Funktionen mit unserer Bewertungstabelle verglichen und dementsprechend die Prozentpunkte verteilt. Bei den Zahlungsmethoden wiederum wurde das Vorhandensein einer der beiden Zahlungsoptionen „Kreditkarte“ oder „Lastschrift“ als Basis herangezogen. Für jede weitere zur Verfügung stehende Zahlungsoption wurden um fünf Prozentpunkte mehr in dieser Teilkategorie vergeben.

Bewertungsschlüssel - Suchfilterfunktionen:

  • 25% - Steckertyp
  • 25% - Ladeleistung
  • 10% - Suche nach PLZ / Ort / Standort / Entfernung / Anzahl Ladestationen
  • 10% - nur verfügbare / Favoriten / interessante Orte / Preisgrenze
  • 10% - Roaming-Ladestationen / Netzbetreiber
  • 2,5% - ganztägig / 24/7 zugänglich
  • 2,5% - Zahlungsmöglichkeiten / Zahlung per App
  • 2,5% - kostenlose Ladestationen
  • 2,5% - nur eigene Ladestationen
  • 2,5% - Autorisierung
  • 2,5% - nur Schnelllader / Spannungsart
  • 2,5% - per App steuerbar / zugänglich
  • 2,5% - per Ladekarte zugänglich

Die Gesamtnote setzt sich zusammen aus: 80 % Ladekosten-Note + 20 % App-Note.